In den ersten 4-5 Wochen können die Schüler die Gitarren für den Unterricht direkt im Unterrichtsraum ausleihen.

Wenn nach dieser "Probezeit" die Kinder und Eltern sich dazu entscheiden den Unterricht fortzusetzen, brauchen sie eine eigene Gitarre, damit auch zu Hause geübt werden kann.

Gitarren können entweder gekauft, oder gemietet werden, z.B. in der Musikgallerie am Dreiecksplatz.

Auch die richtige Größe kann dort bestimmt werden. Am besten besucht man das Geschäft also zusammen mit dem kleinen zukünftigen Gitarristen.

Was man außerdem zum Spielen braucht, ist ein Fußbänkchen und ein Notenständer. Diese müssen nicht zum Unterricht mitgebracht werden, sondern gehören zur Standartausstattung unserer Gitarrenräume.

Wenn die Gitarre nicht gespielt wird, bewahrt man sie am besten bei Zimmertemperatur in der Gitarrentasche auf.

So kann ihr nichts passieren.

Auf keinen Fall sollte man sie zu heiß oder zu kalt werden lassen, wie zum Beispiel an eine heiße Heizung stellen, oder im Winter im Auto vergessen.

Beim Üben sollte man auf die richtige Gitarrenhaltung achten: Der linke Fuß steht auf dem Fußbänkchen und die Gitarre liegt mit der Zarge darauf. Dadurch, dass der linke Oberschenkel erhöht ist und parallel zum Boden, kann die Gitarre nicht runterutschen und man kann sich auf's Spielen konzentrieren, statt darauf, die Gitarre an ihrem Platz zu halten.

Die Gitarre selbst wird in dieser Haltung fast diagonal zum Körper gehalten. Der untere Teil des Gitarrenkörpers ist zwischen den Beinen und der Gitarrenkopf zeigt hoch.

Der rechte Arm liegt locker über dem breitesten Teil des Gitarrenkörpers und spielt die Saiten über dem Schalloch.

Der Rücken ist gerade und nicht verkrampft.

Diese Gitarrenhaltung kann sich anfangs ungewohnt und unbequem anfühlen, daher sollte man sie bevor man mit dem Spielen anfängt konsequent einnehmen, um sich daran zu gewöhnen. Man sollte sich dabei aber auf keinen Fall verkrampfen.

Eine falsche Gitarrenhaltung, wie zum Beispiel ein krummer Rücken, kann auf Dauer zu Muskelverspannungen und Schmerzen führen und sollte daher vermieden werden.

Da die Kinder in der Gitarrengrundausbildung in der Regel sehr jung und auch noch nicht eingeschult sind und das Konzept sich bemüht sich spielerisch an der alltäglichen Erlebniswelt der Schüler zu orientieren, werden die Noten zunächst als Tiere vorgestellt.

Es werden dabei bewusst mehrere Sinneskanäle angesprochen und verknüpft, um das Erlernen zu vereinfachen und das Erlernte gleichzeitig  fest im Gedächtnis zu verankern: Visuell durch das Bild der Tiere, intellektuel und emotional durch die eigene Erfahrungswelt und Kenntnis des bestimmten Tieres, taktil und haptisch durch das selbständige Spielen der Note und nicht zuletzt akkustisch durch den Klang der Note.

Die "Notentiere" fangen mit dem passenden Anfangsbuchstaben an (z.B. Hase für die H Note), sodass der Notenname mit Beginn des schulischen Schriftspracherwerbs als solcher erkannt werden kann.

Um das Gelernte zu festigen, um die Kinder nicht zu überfordern und die Finger nicht zu überanspruchen, finden regelmäßige Phasen "am Tisch" statt.

Dabei wird im Gespräch kontrolliert, ob das Gelernte verstanden wurde, gegebenenfalls werden Fragen geklärt, oder Sachen nochmal anders erklärt.

Bearbeitete Arbeitsblätter können, als Belohnung für die Konzentration in der Phase davor, ausgemalt und gestaltet werden. Musikalische Zeichen, wie zum Beispiel der Notenschlüssel, werden geübt und gleichzeitig so die Feinmotorik und Fokus trainiert.

Es wird aber auch Wert darauf gelegt in diesen Abkühl-Phasen einfach Gespräche zu führen und die Beziehung der Schüler untereinander in der Gruppe, sowie die Lehrer-Schüler Beziehung zu pflegen. Denn effizientes Lernen, das sich nach Spiel anfühlt, findet vor allem in einem sicheren, freien und vertrauensvollem Rahmen statt.

Der Unterricht ist meistens in 2-3 Phasen unterteilt.

Es beginnt mit dem Einstieg und Wiederholung. Zunächst werden die Gitarren gestimmt, während die Schüler ihre Mappen herausholen und Fußbänkchen auf die richtige Höhe einstellen. Danach wird im Gespräch und durch Vorspielen wiederholt, was schon gelernt wurde und was für die aktuelle Stunde relevant ist. Hausaufgaben werden vorgespielt und besprochen. Fragen geklärt. Hierbei wird festgestellt an welcher Stelle noch angesetzt werden muss und was schon gut klappt.

Die zweite Phase kann zwischen 10 und 40 Minuten dauern und beinhaltet praktisches Musizieren.

Die letzte Phase, in der das Gelernte nochmal mündlich oder schriftlich festgehalten und vertieft wird, oder zusätzlich theoretisch wiederholt wird, kann je nach aktuellem Bedarf auch zwischen 10 und 20 Minuten dauern.

Die Phasen sind flexibel und individuell an die jeweilige Gruppe angepasst.

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Ein Beispiel-Arbeitsblatt für die Tisch-Phase

Schule für
Musik & Kunst
Gütersloh
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